WAS BLEIBT? WAS GEHT? WAS KOMMT?

PARTIZIPATIVE RAUMINSTALLATION AN DER HERMANN-LENZ HÖHE STUTTGART IM RAHMEN DES 1# IBA’27 FESTIVALS

Leistungsumfang 1-8 I Ort Hermann-Lenz-Höhe, Stuttgart | Jahr 06-09/2023 | Status realisiert 2023 | Auftraggeber:in Freunde der Weissenhof Siedlung e.V. | Fotos Sarah Behrens, Philipp Wefers, Ina Westheiden

Blick auf den Schriftzug „WAS KOMMT?“

Genau 100 Jahre nach der Eröffnung der Weissenhofsiedlung am Stuttgarter Killesberg kommt die Internationale Bauausstellung 2027 (IBA’27) wieder in die Stadtregion Stuttgart. Im Fokus steht die Frage: Wie wollen wir zukünftig leben, wohnen und arbeiten? So entstehen aktuell zahlreiche Entwürfe für Stadtquartiere, die versuchen die modernen Paradigmen der Funktionstrennung zu überwinden und zukunftsweisende urbane Konzepte aufzuzeigen. Auch die Weissenhofsiedlung ist als IBA-Projekt mit dabei. So sollen bis 2027 ein neues Besucher-Informationszentrum – das Weissenhof.Forum (Architektur: Barkow Leibinger Architekten) – als Empfangsgebäude, sowie Konzepte für den Umgang mit der Ertüchtigung des Weltkulturerbes am Weissenhof entstehen.

Die Freunde der Weissenhofsiedlung e.V. haben sich als Initiator:innen und Befürworter:innen der anstehenden Transformation zum Ziel gesetzt, die Betreuung und Kommunikation in der Siedlung bestmöglich zu organisieren und zum Teil selbst in die Hand zu nehmen. Unterstützt von einem breiten Bündnis lokaler Akteure (u.a. Architekturgalerie am Weissenhof, Brenzkirche, Augustinum, Bürgerverein Killesberg und Umgebung e.V.) wurde im Rahmen des ersten „IBA‘27-Festivals“ (2023) am Weissenhof zu diesem Zweck ein Zeichen gesetzt – der erste Teil einer adaptiven und partizipativen Rauminstallation mit dem Titel „Was bleibt? Was geht? Was kommt?“.

Ansicht von der Birkenwaldstraße

Die temporäre Installation verortete sich auf der städtischen Freifläche „Hermann-Lenz-Höhe“, in direkter Nachbarschaft zur Weissenhofsiedlung. Ein weithin sichtbarer Turm aus Gerüstelementen, zeigte die drei Fragen in knallroten Buchstaben. Auf dem Platz wurde eine Plattform aus Gerüstbauteilen, Bauzäunen, Warnbändern und Leitbaken gestaltet. Hier fanden in den drei Monaten Laufzeit Auftakt und Abschluss des ersten IBA ’27-Festivals sowie Veranstaltungen mit Formaten wie Common Kitchen, künstlerischen Performances, offenen Gesprächsrunden, Stammtischen und fachlichen Diskursen statt. In einer Open-Air-Plakatausstellung konnten sich die Besucher:innen zudem rund um die Uhr über die Themen „100 Jahre Weissenhof“ und „IBA ’27“ mit ausgewählten Projekten informieren.

Der Festivalsommer hat zu engen Verknüpfungen mit verschiedenen Akteuren des IBA’27-Netzwerks und Aufmerksamkeit aus der Nachbarschaft, Stadtgesellschaft und Presse geführt. Die Installation wurde bis auf die eigens angefertigten roten Schriftzüge rückgebaut und alle Elemente konnten wiederverwendet werden. Ein Beispiel für nachhaltige Architekturkommunikation im öffentlichen Raum und eine erste Anregung zur offenen Diskussion über den Umgang mit der denkmalgeschützten Ikone der Architekturmoderne.

Adaptive und partizipative Rauminstallation „Was bleibt? Was geht? Was kommt?“ an der Hermann-Lenz Höhe Stuttgart