VERBINDUNG VON TRADITION UND MODERNE
Leistungsumfang 1-9 I Ort Hausen im Tal, Beuron | Fläche 83 m2 | Jahr 2022 – xx | Status in Planung (LP5) | Auftraggeber:in privat

Visualisierung Gartenseite
Der Entwurf von THE BAUKUNST DYNAMITES für ein Ferienhaus im Donautal verbindet auf harmonische Weise Wohnen und Natur mit japanischen Zitaten. Wunsch der Bauherren war die Qualität traditionell japanischer Architekturen in den süddeutschen Raum zu übertragen und zugleich eine zeitgemäße, minimalistische Interpretation im neuen Kontext zu schaffen. Hierfür wird die Idee japanischer Tempelgebäude aus dem Buddhismus aufgegriffen, deren verschiedene Geschosse oft in ihren Ornamenten, Formen und Funktionen unterschiedliche Stilrichtungen widerspiegeln. Entgegen der Tradition werden die einzelnen Baukörper jedoch nicht gestapelt, sondern ebenerdig in einer Gesamtkomposition zusammengeführt.
Das zentrale Gestaltungselement ist die Verschneidung der drei Baukörper, deren Satteldächer sich in einem Punkt treffen und so einen dynamischen, y-förmigen Grundriss mit zentraler Küche und Rückzugsräumen ergeben. Der Innenraum orientiert sich an traditionellen japanischen Häusern: offene Wohnräume, eine Feuerstelle im Zentrum, flexible Raumelemente und die Integration der Natur. Die Fassade lässt sich großflächig öffnen, um das Innen mit dem Außen zu verbinden, während eingeschobene Raumboxen für Funktionen wie Baden und Schlafen Privatsphäre schaffen. Schiebetüren und Vorhänge dienen der Vielseitigkeit des Raumes als flexible Raumtrenner und gleichzeitig als Screens für großflächige Wandbilder.

Blick von der Straßenseite

Grundriss EG

Schnitt BB
Durch Abstraktion, Verfremdung und Fragmentierung werden im Entwurf vielschichtige Bedeutungsebenen geschaffen. So zeigt sich das Haus mit zwei Gesichtern: eine offene Seite zum Garten mit großen Fensterfronten und eine geschlossene, zurückhaltende Seite zum Hang, an der auch die Straße liegt. Dabei spielt der Entwurf mit opaken und transluzenten Materialien sowie Kontrasten zwischen ornamentreicher, traditioneller Gestaltung und minimalistischer, moderner Ästhetik. Ein Spiel zwischen zwei Welten – Trennung und Verschmelzung, Übergänge und Zwischenräume, – die durch grafische Details betont werden.

Visualisierung Innenraum
Die Kubatur wird durch japanische Zitate ergänzt, etwa Dachform und Schwünge, sowie durch die Fassadenaufteilung, die an Tempelfelder erinnert. Das Dach mit unterschiedlichen Neigungen dient durch einen Überstand auf der Südseite der natürlichen Verschattung. Das Gebäude ist als aufgeständerter Holzbau konzipiert, mit naturbelassenen, teils vorpatinierten Materialien, die offen verschraubt sind, um eine nachhaltige und recyclebare Konstruktion zu gewährleisten. Bei der Auswahl der Materialien wie Holz, Stahl und Aluminium wurde auf die Minimierung des Materialeinsatzes und Langlebigkeit geachtet. Das Haus passt sich über ein Split-Level an die Topografie des Hanggrundstücks an, ohne Aufschüttungen des Geländes. Die Erschließung erfolgt über eine Holztreppe auf die umlaufende Engawa, die als Pufferzone zwischen Außen und Innen dient und die Verbindung zur Natur betont. Die natürliche Versickerung auf dem Grundstück und eine minimale Oberflächen Versiegelung unterstreichen das nachhaltige Konzept. Das Ergebnis ist ein Kleinod für die Bauherren und zugleich eine mögliche Antwort auf die Frage, wie wir zeitgemäß und angemessen auf den Wunsch nach Einfamilienhäusern reagieren können.